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Bilderbücher ein Weg zur Bildung
Aktionsjahr "30 Jahre Erstes Deutsches Kindergartenmuseum" eröffnet

"Ich möchte Sie alle ermutigen vorzulesen!" So endete Dr. Simone C. Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Mainz, ihren Vortrag beim Startertag für das Aktionsjahr "30 Jahre Erstes Deutsches Kindergartenmuseum" im Institut Sancta Maria in Bruchsal.

Das Jahr 2018 steht unter dem Motto "Bildungschance oder Mottenkiste? - Bilderbücher gestern und heute" Dazu präsentiert die Fachschule für Sozialpädagogik Sancta Maria eine Ausstellung von Bilderbüchern aus mehr als 200 Jahren. Das älteste Ausstellungsstück, "Kleine Geschichten für Kinder von 6-10 Jahren", ist aus dem Jahr 1805. Das Gros der Bücher stammt allerdings aus den Jahren 1900 bis 1940. Die Exponate sind in das Kindergartenmuseum integriert, werden aber auch im Laufe des Jahres öffentlich gezeigt zum Beispiel in der Sparkasse Kraichgau am Bruchsaler Friedrichsplatz oder in der Stadtbibliothek. "Die Ausstellung an unterschiedlichen Standorten in Bruchsal ist für eine breite Öffentlichkeit gedacht und soll auch das Interesse an einem Besuch im Kindergartenmuseum wecken", sagen Herta Pelz, Evelin Steinke-Leitz und Christina Stiel-Leibold, die Verantwortlichen für Museum und Ausstellung.


Auf die Frage "Ist Vorlesen in der heutigen Zeit noch zeitgemäß?" antwortete Ehmig in ihrem Vortrag mit einem eindeutigen und engagierten "Ja!" Das Vorlesen könne man nicht früh genug beginnen, sagte sie. "Bilderbücher, ja Bücher allgemein, behandeln den Alltag und die Fragen der Kinder. Sie helfen, sich zu orientieren, Werte zu entwickeln und Lösungen für Probleme zu erleben", sagte die Referentin. "Frühes Vorlesen schafft Freude am selber Lesen, führt zu höherer Lesekompetenz und letztlich zu besseren Schulnoten. Weiterhin fördert es die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit." Dies belegte Ehmig mit anschaulichen Beispielen aus den Studien der "Stiftung Lesen". Ihrem Fachpublikum, Lehrkräfte von Sancta Maria, Erzieherinnen und Studierende, legte sie auf diese Weise dar, dass das Vorlesen, trotz digitaler Medien, unverzichtbar ist und weiterhin einen wichtigen Platz einnehmen sollte in Kindertagesstätten und Kindergärten.


Das Kindergartenmuseum haben Norbert Pohl, damaliger Geschäftsführer des Caritasverbandes Bruchsal und Herta Pelz in beengten Verhältnissen der Caritasgeschäftsstelle in Bruchsal 1988 eingerichtet. 2003 übernahmen es die Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu Gengenbach und das Museum zog 400 Meter weiter in ein Gebäude der Fachschule Sancta Maria. Heute ist es ein Hort der Dokumentation, des Sammelns und Bewahrens, des Erforschens und Vermittelns. "Das Kindergartenmuseum will die Brücke schlagen zwischen Erziehung gestern und heute", schrieb Schwester Michaela, Generaloberin der Gengenbacher Schwestern, in ihrem Grußwort zum Aktionsjahr. Es soll sich nicht auf das Erinnern beschränken, sondern Impulse geben für die heutige Pädagogik",.
Das Aktionsjahr bietet als weiterführende Veranstaltungen einen Bilderbuch-Workshop im März 2018 und eine Lesung mit der Kinderbuchautorin Jutta Richter im April. Als Sponsoren unterstützen die Bruchsaler Bildungsstiftung, die Sparkasse Kraichgau und der Freundeskreis Sancta Maria das Aktionsjahr.


Das Kindergartenmuseum kann man besuchen an jedem letzten Samstag im Monat oder nach vorheriger Vereinbarung in Sancta Maria, unter der Telefonnummer 07251/93250 oder Mailanschrift Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Text: Martin Stock, Agentur Art

 

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