Aktuelles

Im Kloster wieder Lebensmut finden:

Neue Serie startete im Konvent der „Sancta“-Franziskanerinnen...

Ab ins Kloster – bei Kabel 1 landen in diesem aktuellen Sendeformat unter dem Titel „Rosenkranz statt Randale“ vier nach Informationen des Senders unwissende Jugendliche jeweils für eine Woche in einer Ordensgemeinschaft. Mit dabei sind der Konvent der Benediktiner in Ottobeuren (Allgäu), das Kloster der Marienschwestern vom Karmel im österreichischen Linz und das Kloster Marienkron der Zisterzienserinnen in Mönchhof, ebenfalls in Österreich. Den Auftakt machte das von den Gengenbacher Franziskanerinnen geleitete Mutterhaus in Gengenbach (Ortenau), zu deren Orden auch die Bruchsaler Fachschule für Sozialpädagogik Sancta Maria gehört.

Gerade weil die Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu als Träger zweier sozialpädagogischer Schulen seit vielen Jahren auch einen pädagogischen Auftrag ausführten, habe man dem Angebot der Produktionsforma Imago TV in Berlin zugestimmt, erklärte Generaloberin Sr. Michaela Bertsch (OSF), langjährige Schulleiterin „des Sancta“, im Interview.

Wer die erste Staffel der Reihe am Bildschirm verfolgte, merkte schnell, dass zwischen dem beschaulichen Leben im Gengenbacher Kloster und dem von Shopping, Handy und Party bestimmten der vier Mädchen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren Welten lagen. Diese Kluft zwischen den Lebensstilen ist, wenn hier auch natürlich vom Privatsender Kabel 1 gewollt auf die Spitze getrieben, durchaus aber alltägliche Realität. Für junge Menschen, selbst wenn sie eine katholische Schule besuchen, rangiert die Bedeutung von Spaß, Unterhaltung und Selbstpräsentation in den sozialen Medien definitiv vor der Frage nach Gott und dem Sinn des Lebens.

Umso wichtiger ist daher die Aufgeschlossenheit und Verständnisbereitschaft der Gengenbacher Schwestern für die Bedürfnisse der Jugendlichen. Da gab es weder den Zwang, an den regelmäßigen Gottesdiensten und Gebeten teilzunehmen, noch die Verpflichtung, den weltlichen Gelüsten – etwa dem Handy - vollends zu entsagen. Vielmehr boten sie den mehrheitlichen Schulabbrechern vor allem einen für diese gänzlich ungewohnt strukturierten Tagesablauf und klare Regeln. Die wiederum mussten Verständnis für das kontemplative Leben im Kloster aufbringen. Wer sich an die geltenden Regeln partout nicht halten mochte, musste – wie zwei der Probandinnen - das Kloster halt verlassen. In einer sich in Extremen zu verlieren drohenden Gesellschaft führte das TV-Experiment damit einmal mehr die Bedeutung von Diskussions- und Kompromissbereitschaft vor Augen.

Deutlich wurde aber auch – und das ist ebenfalls bittere Realität -, dass die Mädels in diesem TV-Experiment eine von ihnen nicht gekannte bzw. anscheinend lange vermisste menschliche Wärme und Zuneigung erfuhren. Und die vielfältige Arbeit im Klosteralltag offenbarte plötzlich ungeahnte Talente: Alessia hatte Spaß an der Gartenarbeit, Vivien erwies sich als geschickte Kerzenverziererin und Emma entdeckte ihre Freude am Umgang mit alten Menschen.

Eine Woche im Kloster macht aus aufmüpfigen Jugendlichen keinen neuen Menschen. Auch die Gengenbacher Schwestern können im Mutterhaus wie auch in Sancta Maria nur mit der Gnade mitwirken, ihre Wertvorstellungen leben und Denkstöße geben. Und wenn dann der eine oder andere vermeintlich hoffnungslose Fall mit neuem Lebensmut doch wieder zur Schule geht oder sich für ein Ehren interessiert, hat die umstrittene Sendung auf jeden Fall ihr Gutes.

Susanne Wessels, Schulleiterin

Der Artikel in der BNN

© 2019 Fachschule Sancta Maria Bruchsal. All rights reserved. Konzept, Design & Realisation: Silenium Screen- & Webdesign Bruchsal