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Kindernachmittag mit den Sancta-Fachkräften für KiTas in der Gemeinschaftsunterkunft Bruchsal

Typisches Novemberwetter: Nass, kalt und grau. Alle Teilnehmerinnen des Kurses zur Fachkraft für die Kindertagesstätten an der Fachschule für Sozialpädagogik Sancta Maria, wären dann doch lieber in ihrem warmen Seminarraum geblieben.

Doch es gab für sie einen eindeutigen Arbeitsauftrag, der an der vorgegangenen Tagen gründlich vorbereitet worden war: ein pädagogischer Besuch in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Bruchsal.
Zur Vorbereitung wurden drei Gruppen gebildet: kreativer Bereich, aktives Bewegen und Musik /Tanz. Mit den benötigten Materialien wie Seilen, Fallschirm, Papier und Holzstiften ausgerüstet und mit Ideen für Impulse, die den Kindern angeboten werden könnten, trafen alle Teilnehmerinnen schwer bepackt in der Gemeinschaftsunterkunft ein.
Im Mittelpunkt der Aktion stand das Vorhaben, den Kindern vor Ort etwas Abwechslung, Freude und Unbeschwertheit in den Alltag zu bringen. Begleitet wurden sie dabei von Barbara Hagmann, Dozentin am Sancta, die zu dieser Aktion eigne berufliche Erfahrungen einbringen konnte.
In der Flüchtlingsunterkunft angekommen, machten jedoch alle Teilnehmerinnen die Erfahrung, dass Planung zwar sehr wichtig und sinnvoll ist, aber auch Spontaneität und Flexibilität gefragt sind.
Die Kinder stürmten auf die mitgebrachten Materialien und die angehenden Fachkräfte für die Kitas und der Gesichtsausdruck aller strahlte. So entstand umgehend eine positive Atmosphäre. Einige Kinder, die sehr gut englisch sprechen konnten und die ersten deutschen Worte lernen, begannen sich mit den Fachkräften zu unterhalten.
Besonders beeindruckten ein Mädchen und ein Junge, beide etwa 10-12 Jahre alt, die einige Minuten die Gitarre anvisierten und schließlich spielten und dazu sangen. Wunderschön und bewegend haben sie ein syrisches Lied vorgetragen und die Kursteilnehmerinnen konnten förmlich spüren, wie überglücklich die Beiden waren, wieder einmal musizieren zu können.

Einen weiteren bleibenden Eindruck hinterließ ein acht Wochen altes Baby, das als viertes Kind einer Familie in der Landeserstaufnahmestelle geboren wurde und mit wenigen Tagen nach Bruchsal kam. Während der Aktion in der Gemeinschaftsunterkunft wurde dieser kleine schlafende Junge von einigen Teilnehmerinnen im Arm gehalten und herumgetragen. Sowohl die Geschwister wie auch die junge Mutter waren sehr stolz, dass er „ein Deutscher“ ist und brachten dies immer wieder deutlich zum Ausdruck.
Kurz vor Abschluss des Kurses nach §7 KiTaG konnten die zukünftigen Fachkräfte an diesem Nachmittag so, in einem ganz anderen Kontext, auf ihr pädagogisches Hintergrundwissen, sowie auf ihre gesammelten praktischen Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern zurückgreifen. Die vielen berührenden Momente und Begegnungen werden nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Text: Barbara Hagmann

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